ACCP-Guidelines 2016 zur Behandlung der Venenthrombose

Empfehlung No 1: Patienten mit proximaler DVT oder Pulmonalembolie sollen eine Langzeit-AK (3 Monate) erhalten (Grad 1B)

 

Empfehlung No 2: Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban oder Edoxaban: Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit Beinvenenthrombose oder Embolie vor VKA (Grad 2B)

 

Empfehlung No 3: Pat. mit karzinomasoziierter VTE: LMWH vor VKA (Grad 2C), Dabigatran (Grad 2C), Rivaroxaban (Grad 2C), Apixaban (Grad 2C) oder Edoxaban (Grad 2C) für die initiale Langzeittherapie von 3 Monaten

 

Empfehlung No 4: Bei Patienten mit VTE gibt es keinen Grund das Antikoagulans bei einer ausgedehnteren Therapiedauer nach den ersten drei Monaten zu wechseln

 

Empfehlung No 5: Bei Patienten mit proximaler DVT der Beine oder Lungenembolie nach einem chirurgischen Eingriff wird empfohlen:

 - Antikoagulation für drei Monate vor

 - kürzerer Therapiedauer (Grad 1B),

 - längerer limitierter (6, 12, 24 Monate) Therapiedauer (Grad 1B)

 - längerer Therapie ohne definiertes Ende (Grad

 

Empfehlung No 6: Bei Patienten mit proximaler DVT der Beine oder Lungenembolie provoziert durch einen transienten Risikofaktor wird empfohlen:

 - Antikoagulation für drei Monate vor

 - kürzerer Therapiedauer (Grad 1B),

 - längerer limitierter (6, 12, 24 Monate) Therapiedauer (Grad 1B)

 - längerer Therapie ohne definiertes Ende (Grad 1B)

 

Empfehlung No 7: Bei Patienten mit isolierter distaler tiefer Venenthrombose provoziert durch einen chirurgischen oder einen transienten Risikofaktor, wird eine Antikoagulation für drei Monate empfohlen (Grad 2C). Diese Empfehlung steht über

- einer kürzeren (Grad 2C),

- einer längeren begrenzten (6, 12, 24 Monate) Therapie (Grad 1B) oder

- einer längeren unbegrenzten Therapie (Grad 1B)

 

Empfehlung No 8: Bei Patienten mit unprovozierter tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie wird eine Antikoagulation für mindestens drei Monate empfohlen (Grad 2C).

Diese Empfehlung steht über

- einer kürzeren (Grad 1B),

- einer längeren begrenzten (6, 12, 24 Monate) Therapie

 

Empfehlung No 9: Patienten mit erster unprovozierter VTE

- niedrigem Blutungsrisiko

- Verlängerte Therapie ohne definiertes Enddatum

 

- hohes Blutungsrisiko:

- Dreimonate Therapie wird vor einer verlängerten

 

Empfehlung No 10: Patienten mit einer zweiten unprovozierten VTE

 

- niedriges Blutungsrisiko

- Verlängerte Therapie ohne definiertes Enddatum wird vor einer dreimonatigen Therapie empfohlen (Grad 1B)

 

- mässigesBlutungsrisiko:

- Verlängerte Therapie vor dreimonatiger Therapie (Grad 2B)

 

- hohes Blutungsrisiko:

- Dreimonate Therapie vor einer verlängerten Therapie

 

Empfehlung No 11: Patienten mit karzinom-assoziierter VTE:

 

- kein erhöhtes Blutungsrisiko:

- Verlängerte Therapie ohne definiertes Enddatum vor dreimonatiger Therapie (Grad 1B)

 

- erhöhtes Blutungsrisiko:

- Verlängerte Antikoagulation ohne Enddatum vor dreimonatiger Therapie (Grad 2B)

 

Empfehlung No 12: Patienten mit unprovozierter proximaler TVT oder PE, bei denen die AK-Therapie gestoppt wird und die keine Kontraindikationen für Aspirin haben:

- VTE-Prophylaxe mit Aspirin vor kein Aspirin (Grad 2B):  Reduziert Rezidiv um 30% bei Patienten mit erster unprovozierter VTE nach 3 – 18 Monaten Antikoagulation,

Blutungsneigung statistisch nicht signifikant

 

Empfehlung No 13: Bei Patienten mit einer isolierten distalen tiefen Beinvenenthrombose ohne schwere Symptome oder Risikofaktoren für eine weitere Ausdehnung wird eine serielle Bildgebung der Unterschenkelvenen für zwei Wochen empfohlen (Grad 2C)

 

Bei Patienten mit schweren Symptomen oder Risikofaktoren für eine weitere Ausdehnung wird eine Antikoagulation vor einer seriellen Überwachung empfohlen (Grad 2C)

 

Empfehlung No 14: Bei Patienten mit akuter, isolierter distaler Beinvenenthrombose, die antikoaguliert werden, sollen die selben Antikoagulantien verwendet werden, wie bei Patienten mit einer akuten proximalen Beinvenenthrombose (Grad 1B)

 

Empfehlung No 15: Bei Patienten mit akuter, isolierter, distaler Beinvenenthrombose, die seriell überwacht werden, wird keine Antikoagulation empfohlen, sofern der Thrombus kein Wachstum zeigt (Grad 1B)

 

- Antikoagulation vorgeschlagen, wenn der Thrombus wächst aber nicht über die distalen Venen hinaus geht (2C)

 

- Antikoagulation empfohlen, wenn der Thrombus in die proximalen Venen propagiert

 

Empfehlung No 16: Bei Patienten mit akuter proximaler Beinvenenthrombose wird eine Antikoagulation vor einer Katheterlyse empfohlen (Unklare Nutzen/Risikoabwägung)

 

Empfehlung No 17: Bei antikoagulierten Patienten mit akuter tiefer Venenthrombose oder PE wird kein Cava-Filter empfohlen

 

Empfehlung No 18: Die routinemässige Anwendung von Kompressionsstrümpfen zur Vermeidung eines postthrombotischen Syndroms bei Patienten mit akuter tiefer Beinvenenthrombose wird nicht empfohlen

 

 

Empfehlung No 27:  Bei Patienten mit akuter Thrombose der oberen Extremität, welche die V. axillaris oder weiter proximale Venen betrifft, wird eine Antikoagulation vor Thrombolyse empfohlen (Grad 2C). Katheterlyse vor systemischer Lyse um Dosis und Blutungsrisiko zu minimieren

 

Thrombolyse bei:

- Schweren Symptomen

- Thrombus betrifft den grössten Teil der V. subclavia und axillaris

- Symptome < 14d

- Guter Allgemeinzustand

- Lebenserwartung > 1a

- Niedriges Blutungsrisiko

 

Empfehlung No 28: Bei Patienten mit einer Thrombose der oberen Extremität, die lysiert werden, soll eine Antikoagulation mit der gleichen Dauer und Intensität erfolgen, wie bei Patienten ohne Thrombolyse

 

Empfehlung No 29: Bei Patienten mit rezidivierender VTE unter VKA (im therapeutischen Bereich) oder unter Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban oder Edoxaban (bei vorhandener Compliance), wird ein mindestens vorübergehender Wechsel auf ein niedermolekulares Heparin empfohlen (Grad 2C).  Thromboserezidiv mit einer im therapeutischen Bereich liegenden Antikoagulation ist ungewöhnlich, Reevaluation der Diagnose: liegt tatsächlich ein Rezidiv vor ? Compliance ? Malignom ?

 

Empfehlung No 30: Bei Patienten mit einem Thromboserezidiv unter Langzeittherapie mit einem niedermolekularen Heparin und vorhandener Compliance, wird eine Dosiserhöhung um ¼ bis 1/3  empfohlen (Grad 2C)

 

 

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